Niere · Nachschlagen und Zusammenhänge verstehen

Was heißt das
eigentlich?

Die wichtigsten Fachwörter der Lernreise. Die Begriffe werden auch direkt in den Erklärstationen eingeführt.

38 Begriffe

xABCDE

Prioritäten der Erstbeurteilung

x: lebensbedrohliche äußere Blutung vorrangig kontrollieren. Danach A: Atemweg · B: Atmung · C: Kreislauf · D: neurologischer Zustand · E: weitere Untersuchung und Umgebung. Bedrohliche Befunde werden sofort behandelt und erneut geprüft.

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Perfusion / Hypoperfusion

Durchblutung / zu geringe Durchblutung

Blut versorgt Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen. Bei Alex können große Flüssigkeitsverluste die Versorgung der Organe vermindern.

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Hypovolämie

Zu wenig zirkulierendes Volumen

Zum Beispiel nach großen Flüssigkeitsverlusten. Wenig Urin allein beweist keinen Volumenmangel.

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Recap / Rekapillarisierungszeit

Kapillare Füllzeit

Zeit, bis eine nach Druck blasse Hautstelle wieder ihre Farbe annimmt. Sie hilft bei der Kreislaufbeurteilung; Temperatur und Messbedingungen beeinflussen sie.

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HF / AF / SpO₂

Herzfrequenz / Atemfrequenz / gemessene Sauerstoffsättigung

HF und AF werden pro Minute angegeben. SpO₂ wird mit dem Pulsoximeter geschätzt und in Prozent angezeigt. Sie beschreibt nicht die Durchblutung der Niere.

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Tachykardie

Schneller Herzschlag

Ein beschleunigter Puls kann zu einem Volumenmangel passen, hat aber viele mögliche Ursachen. Immer zusammen mit dem übrigen Befund beurteilen.

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Retroperitoneal

Hinter dem Bauchfell

So wird die Lage der Nieren beschrieben. Das Bauchfell ist eine dünne Gewebeschicht, die die Bauchhöhle auskleidet und viele ihrer Organe überzieht.

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Nephron

Arbeitseinheit der Niere

Es verbindet das Nierenkörperchen mit dem Tubulus. Hier beginnen Filtration, Rückgewinnung und zusätzliche Stoffabgabe.

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Glomerulus

Gefäßknäuel im Nierenkörperchen

Aus diesen feinsten Blutgefäßen werden Wasser und kleine gelöste Stoffe durch die Filterbarriere in den Primärharn abgegeben.

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Tubulus

Nierenröhrchen

Hier wird das Filtrat weiter verändert: Wasser und benötigte Stoffe werden zurückgenommen, andere Stoffe zusätzlich abgegeben.

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Primärharn / Filtrat

Die zuerst gefilterte Flüssigkeit

Sie enthält auch nützliche Stoffe wie Glukose. Ein großer Teil des Wassers wird später zurückgewonnen; Primärharn ist deshalb noch kein fertiger Urin.

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GFR

Glomeruläre Filtrationsrate

Flüssigkeitsvolumen, das beide Nieren zusammen pro Minute aus dem Blutplasma in den Primärharn filtern. GFR ist keine Urinmenge. Im Labor findet sich häufig eine Angabe bezogen auf 1,73 m² Körperoberfläche.

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eGFR

Geschätzte glomeruläre Filtrationsrate

Das e steht für estimated, also geschätzt. Meist werden dafür Blutwerte genutzt. Bei rasch verändertem Kreatinin ist eine übliche Schätzformel keine unmittelbare Messung der aktuellen Funktion.

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Afferent / efferent

Zuführend / abführend

Die afferente Arteriole bringt Blut zum Glomerulus, die efferente führt es weg. Eine Arteriole ist eine kleine Arterie. Beide beeinflussen den Filtrationsdruck.

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Rückresorption

Rückaufnahme ins Blut

Wasser und Stoffe gelangen aus dem Tubulus zurück in das Blut. So bleibt ein großer Teil des zunächst gefilterten Materials im Körper.

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Sekretion

Zusätzliche Abgabe ins Röhrchen

Stoffe werden aus dem Blut in den Tubulus transportiert. Das ist ein anderer Vorgang als Filtration und Rückresorption.

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ADH

Antidiuretisches Hormon

Antidiuretisch bedeutet: der Wasserausscheidung entgegenwirkend. ADH wird im Gehirn gebildet und über den Hypophysenhinterlappen freigesetzt. Es erhöht unter anderem die Wasserdurchlässigkeit des Sammelrohrs.

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Aldosteron

Hormon aus der Nebennierenrinde

Es fördert im späteren Röhrchensystem die Natriumaufnahme und Kaliumabgabe. ADH und Aldosteron haben unterschiedliche Aufgaben.

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ACE / ACE-Hemmer

Angiotensin-konvertierendes Enzym / dessen Hemmung

ACE wirkt an der Bildung von Angiotensin II mit. Ein ACE-Hemmer wie Ramipril vermindert diese Wirkung. Bei Volumenmangel kann dadurch weniger Druck am Nierenfilter erhalten bleiben.

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Prostaglandine / Angiotensin II

Botenstoffe zur Gefäßregelung

Vereinfacht für diesen Fall: Prostaglandine unterstützen die Weite des Zuflusses; Angiotensin II kann den Widerstand am Abfluss erhöhen. Diese Regelung kann Volumenmangel nicht unbegrenzt ausgleichen.

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NSAR

Nichtsteroidale Antirheumatika

Entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen. Sie hemmen die Prostaglandinbildung. Bei Volumenmangel kann damit eine schützende Gegenregulation der Nierendurchblutung fehlen.

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Kreatinin

Stoff aus dem Muskelstoffwechsel

Wird über die Nieren ausgeschieden. Sein Verlauf hilft bei der Beurteilung der Nierenfunktion. Muskelmasse und weitere Faktoren beeinflussen den Wert.

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Oligurie / Diurese

Verminderte Urinmenge / Urinausscheidung

Die Menge muss über eine bestimmte Zeit erfasst werden. Unter 0,5 ml/kg/h für mindestens sechs Stunden erfüllt ein Urinmengenkriterium für AKI.

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AKI / KDIGO

Akute Nierenschädigung / internationale Fachorganisation

AKI heißt acute kidney injury. KDIGO bedeutet Kidney Disease: Improving Global Outcomes. Die AKI-Kriterien nutzen zeitabhängige Veränderungen von Kreatinin oder Urinmenge; die Ursache muss gesondert geklärt werden.

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Prärenal / intrarenal / postrenal

Vor / in / nach der Niere

Prärenal: Problem der wirksamen Blutversorgung. Intrarenal: Problem im Nierengewebe. Postrenal: behindert abfließender Urin. Ursachen können gleichzeitig vorliegen.

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Ischämie

Unzureichende Blut- und Sauerstoffversorgung

Hält sie an, können Gewebezellen geschädigt werden. Ein später besserer Blutdruck repariert solche Schäden nicht sofort.

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Kristalloid / titriert

Infusion mit Wasser und Salzen / schrittweise angepasst

Eine titrierte Gabe wird portionsweise an Wirkung und Verträglichkeit angepasst. Maßgeblich sind Situation und örtlicher Behandlungsstandard.

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SOP / Reevaluation

Standard Operating Procedure / erneute Beurteilung

Eine SOP ist eine standardisierte Vorgehensweise. Reevaluation heißt: Wirkung, Nebenwirkungen und aktuellen Zustand nach einer Maßnahme erneut prüfen.

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Hyperkaliämie

Erhöhte Kaliumkonzentration im Blut

Kalium ist wichtig für die elektrische Erregbarkeit von Zellen. Eine schwere Erhöhung kann lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen. Ab 6,5 mmol/l wird sie als schwer eingeordnet.

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EKG / QRS / T-Welle

Elektrische Vorgänge am Herzen

EKG heißt Elektrokardiogramm. Der QRS-Komplex zeigt die Erregungsausbreitung in den Kammern; die T-Welle ihre elektrische Erholung. Das EKG misst keinen Kaliumwert.

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BGA / POC

Blutgasanalyse / Point of Care

BGA untersucht den Säure-Basen-Haushalt und Blutgase. POC bedeutet Messung am Versorgungsort. Je nach Gerät werden zusätzlich etwa Elektrolyte und Glukose erfasst.

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pH / HCO₃⁻ / pCO₂

Säurewirkung / Bicarbonat / Kohlendioxid-Partialdruck

Ein niedrigerer pH bedeutet mehr Säurewirkung. Bicarbonat puffert Säure. pCO₂ beschreibt den Druckanteil des Kohlendioxids; die Atmung beeinflusst seinen Wert.

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Metabolische Azidose / Kompensation

Stoffwechselbedingte Säurestörung / Gegenreaktion

Säurezunahme oder Bicarbonatverlust können eine metabolische Azidose verursachen. Mehr CO₂-Abatmung kann gegensteuern. Kompensation beseitigt nicht automatisch die Ursache.

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Hämolyse

Zerfall roter Blutzellen

Geschieht das in der Probe, kann Kalium aus den Zellen freigesetzt und der gemessene Wert verfälscht werden. Befund, Messqualität und klinischen Zustand gemeinsam beurteilen.

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Shift / Elimination / Dialyse

Umverteilung / Entfernung / Blutreinigungsverfahren

Ein Kaliumshift verschiebt Kalium in Zellen; es bleibt im Körper. Elimination entfernt Kalium aus dem Körper. Dialyse kann bei entsprechender Indikation Stoffe aus dem Blut entfernen.

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β₂-Mimetikum

Mittel mit Wirkung am Beta-2-Rezeptor

Beispiel Salbutamol: Es kann die Aufnahme von Kalium in Zellen fördern. In der Hyperkaliämietherapie ist es eine ergänzende Maßnahme nach Behandlungsalgorithmus.

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BZ / Hypoglykämie

Blutzucker / Unterzuckerung

Insulin kann neben Kalium auch den Blutzucker senken. Deshalb sind nach Insulin/Glukose wiederholte Kontrollen nötig, auch wenn zunächst Glukose mitgegeben wurde.

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SBAR

Struktur für die Übergabe

Situation · Background (Hintergrund) · Assessment (Beurteilung) · Recommendation (Empfehlung). Dazu gehören bei Alex offene Kontrollaufträge mit klarer Zuständigkeit.

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Eigene Lehrformulierungen · Quellenabgleich 26. September 2026 · Fiktiver Ausbildungsfall